BESUCH! Becci und Alex im Land der Mini-Chinesen, Teil 1: Es wird feucht in der Hose

Sonntag, 04.06.2017

Haaaallöchen Popöchen!

 

Besuch ist im schönen China eingetroffen! Becci aus der Trierer Big Band und ihr Freund Alex haben den ganzen weiten Weg auf sich genommen und besuchen mich gerade im schönen Reich der Mitte. Was wir seit Freitag erlebt haben ist schon erstaunlich. :D

Am Freitag habe ich die beiden erstmal vom Flughafen eingesammelt. Nach einer für die beiden höchst aufregenden Taxifahrt und einer halben Ewigkeit auf der Suche nach dem Hotel für Wuhan fanden wir es schließlich - klein und unscheinbar in einem Hochhaus. Da in Wuhan leider kein Schwein Englisch kann, hab ich von diesem Moment an als Übersetzerin für die beiden gearbeitet und ich muss zugeben, dass ich zwischenzeitlich ganz schöne Wortfindungsprobleme gehabt habe  - vor allem im Deutschen. Die Arbeit eines Konferenzübersetzers kann ich seit dieser Woche nur noch mehr würdigen.

Samstag ging es los mit dem Laufen (Erinnert ihr euch noch an den Tag, als eure Füße eigentlich nicht wund waren? :D). Zunächst holte ich die zwei an ihrem Hotel ab, damit wir auf meinem Campus zusammen zu Mittag essen konnten. Danach machten wir uns auf den Weg, um Alex' Handy zu reparieren. Der Gute besitzt nämlich ein Xiaomi 5s, dessen Kamera Probleme gemacht hat. Zum Glück gibt es in der Nähe des Uni-Haupttores einen Laden, in dem ein netter älterer Opi sitzt, der auf eine recht rabiate Art Handys repariert. Leider konnte der Alex aber nicht helfen, also sind wir ein bisschen geknickt zurück zum Uni-Campus und haben uns in das Café im Kunstmuseum gesetzt. Eigentlich hätte ich an dem Tag noch Unterricht gehabt, da wir Montag und Dienstag wegen des Drachenbootfestes hier in China frei gehabt hätten, aber na jaa ... ich war ohnehin spät dran.
Am späten Nachmittag sind wir dann schließlich an den Ostsee und haben dann an dessen Ufer gegrilltes Abendessen gehabt. Lecker war's :D
(c) Alex (c) Alex
Sonntag war dann der große Shopping-Tag. Zunächst hieß es "Mission: Handy reparieren". Dafür sind wir zunächst in ein Zentrum in der Nähe des Hotels, leider konnten die Leute da auch nicht mit Ersatzteilen dienen, aber mit einer Adresse - im Optic's Valley Square der riesigen Einkaufspassage mit den ganzen rassistischen Figürchen. Dort gibt's im fünften Stock eines Gebäudes in einem kleinen Wohnviertel ein Xiaomi-Reparaturzentrum, die sich direkt Alex' Handy angenommen haben, um uns eine Stunde später zu sagen, dass scheinbar nur etwas lose gewesen sei und die Kamera wohl jetzt wieder funktioniere. Alex konnte dies bestätigen und so ... haben wir nichts dafür bezahlt, dass die Handykamera jetzt wieder fokussieren kann. Läuft bei uns.
Danach ging es schließlich richtig in die Einkaufsstraße rein und die beiden konnten ein bisschen Shopping-Luft in China atmen: Laut, leuchtend, riechend. Irgendwann haben wir reizüberflutet wie wir waren, festgestellt, dass es Zeit für die Heimreise sei und so haben wir abends irgendwo zwischen meiner Uni und deren Hotel uns Ma la tang gegönnt. Ihr erinnert euch, eine leicht scharfe Suppe, die dem Mundraum (durch irgendwelche Nelkenstoffe oder so) ein taubes Gefühl gibt, deren Zutaten man sich aber selbst zusammenstellen kann. Während ich mir also in aller Ruhe was für meine Suppe zusammensuchen wollte kam ein regelmäßiges "Christina?? Was ist daaaas?!", aus verschiedenen Richtungen. Ich finde es immer noch sehr süß, kann jetzt aber eindeutig verstehen, wieso Kindergärtnerinnen und Mütter manchmal so gestresst sind. :D

Montag hatte Becci Geburtstag. Yöööy, nochmal alles Liebe. :)  Das feierten wir mit ein bisschen Keksen und Küchlein und dann ging's beim immer noch schrecklich schwülen und heißen Wetter zum Zhongshan-Park, in dem die Hölle in Dosen los gewesen ist. Es war auf jeden Fall den erneuten Besuch wert. Die Attraktionen im Freizeitpark im Betrieb zu sehen und die gesamte Gartenanlage wirkt im Sonnenschein doch ganz anders. Verstörend war allerdings, dass man in einem kleinen Planschbecken nach Schildkröten angeln und danach mit nach Hause nehmen konnte. Es gibt Dinge, die will man gar nicht sehen.
Am späten Nachmittag unternahmen wir dann eine Fährenfahrt über den Jangtse, um wo Alex schon das Reiseziel für die nächsten Tage auserkohren hatte: Der Fernsehturm in Hanyang (dem kleinsten Stadtteil Wuhans). Keiner von uns wusste, wie sehr wir dies bereuen würden.

(c) Alex(c) Alex(c) Alex ... TRANSFORMERS! ROBOTS IN DISGUISE!(c) Alex

Weil unsere Füße noch nicht genügend gefoltert worden waren, ging es am Dienstag zum Mulan Himmelsteich. YIPPIE! Um fünf Uhr morgens klingelte mein Wecker, da ich Proviant für die Reise zu besorgen hatte. Im 24-Stunden-Shop in der Nähe meines Wohnheims wurde ich etwas schräg angeschaut, als ich haufenweise Essen bestellt hab, aber na ja... verhungern wollten wir ja auch nicht. :D Um halb sieben haben wir uns dann an der U-Bahn getroffen und haben sogar ohne uns ein einziges Mal zu verlaufen den Weg zu den Shuttlebussen gefunden. Von dort aus machten wir uns dann auf den Weg in die Wildnis. Nachdem einige dekorative Änderungen zur Kenntnis genommen worden waren, ging es schließlich an den Aufstieg.  Der war dieses Mal nicht ganz so toll, die Schwüle machte uns ganz schön zu schaffen, aber da sich ein Großteil des Weges doch unter Bäumen befand und durch den Bergbach, der unser ständiger Begleiter war, öfter mal ein laues Lüftchen zu uns wehte, lies es sich noch gerade so aushalten. Aber wirklich nur gerade so. Schließlich an der Bergspitze angekommen, gönnten wir uns erstmal Mittagessen, danach ging's zum Rosengarten und danach hatten wir sogar Zeit für ein weiteres Feature: Über einen weiteren Bergsee führt eine Brücke, die aus einem Stahlseil besteht, an dessen Seiten es Auffangnetze zum Festhalten gibt. Man balanciert mit nackten Füßen über das Seil und hält sich an diesen Netzen fest, während die Brücke allmählich tiefer in den See absinkt.
Wir haben uns das natürlich auch getraut, hätten aber nicht gedacht, dass unsere Schlüpper dabei fast feucht werden würden. Ein bisschen tiefer ins Wasser und unsere schönen Popöchen wären nass geworden. Zum Glück ist alles relativ schnell wieder getrocknet. Bergabwärts ging es dann mit der Rutsche. Wir mussten zwar ewig anstehen und bergab ging es leider auch nicht ganz so schnell, da so viele Leute die Rutsche nahmen, aber es reichte für einige Auffahrunfälle (bei denen ich das Opfer war *huust* *huuust*). Trotzdem war es ziemlich lustig und eventuell würde ich es nochmal machen.
An dem Abend wollte ich schon Vorarbeit zu diesem Blogeintrag leisten, aber ich bin halb über dem Laptop eingeschlafen, also hab ich das mal gelassen. :D

Plants vs. Zombies! Ironman, Wolverine und Captain America! Sprecken Sie Englisch? O.o
Mittwoch haben wir uns bei mir zum Wäschewaschen an der Uni getroffen und danach ging's dann zum wohl berühmtesten Wahrzeichen Wuhans - der Gelbe Kranich Tempel. Da ich es selbst noch nicht dahin geschafft habe, hab ich natürlich auch wie eine Wilde Fotos geschossen. Der Turm ist über die Jahrhunderte zwölf Mal(!) zerstö    rt und wieder aufgebaut worden .Die aktuelle Version (Baujahr 1881) steht auch noch an einer neuen Stelle, ist aber auch sehr hübsch. Die Parkanlage um den Gelben Kranichtempel befindet sich einfach mitten an der Stadt. Wenn man abends günstig steht, kann man den Tempel schön gelb im Dunkel leuchten sehen.

 GRÜÜÜÜN mitten in der StadtDer eigentliche gelbe Kranich Tempel

Am Donnerstagmittag haben wir uns im veganen Restaurant des Baotong-Tempels zum Mittagessen verabredet. Becci und Alex waren beide sehr begeistert von dem Essen, das überhaupt nicht vegan schmeckt. Selbst, wenn das immer so gut klappt, ernähre ich mich trotzdem nicht vegan ... hahahaha. Anschließend erkundeten wir die Tempelanlage um das Restaurant herum, um festzustellen, dass es immer noch Mönche gibt, die in der Tempelanlage leben und den Buddhismus ausleben. Das Highlight dieses Besuchs war auf jeden Fall der Aufstieg auf einen alten Turm etwas abseits von den restlichen Tempeln. Im Inneren des ca. 40 Meter hohen, alten Gebäudes führt eine ziemlich alte und nicht von Architekten geplante Wendeltreppe hinauf, in jedem neuen Stockwerk gibt es eine Bhuddastatue, zu der man beten kann, und die Möglichkeit in alle vier Himmelsrichtungen aus dem Fenster zu sehen. Der Turm ist für kleine Menschen gebaut wurden, die zu 75% Prozent aus Beinen bestehen. Anders kann ich mir diese Konstruktion nicht erklären. Die Stufen waren schrecklich weit auseinander und die Decke furchtbar tief - eine Katastrophe für jeden Architekten.


Nach langer körperlicher Ertüchtigung ging es schließlich weiter zum Fernsehturm. Der Park um den Fernsehturm herum ist sehr schön und leise, kaum Menschen treiben sich da herum. Aber je höher man geht und je näher man dem Fernsehturm kommt, desto mehr Stechmücken kommen an und betrachten jemanden als persönliche Snackbar. Wir drei sehen jetzt aus wie ... von schrecklich vielen Mücken gestochen. Ich muss mich gerade während des Tippens zusammenreißen, um nicht an mir herum zu kratzen. Da es für den Heimweg leider ein paar Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gab, sind wir einfach über die Brücke von Hanyang nach Wuchang gelaufen. Durch den angenehmen Wind, der auf der Brücke herrschte, lies es sich eigentlich gut aushalten. Leider machte uns dann schon bald der Smog einen Strich durch die Rechnung und wenn es geklappt hätte, hätten wir das Atmen einfach sein gelassen.

Freitag bis Montag waren wir dann in Shanghai. Was es da zu erleben gab, erfahrt ihr in Teil zwei.

Bis dahin, haltet die Ohren steif!


Eure Babysitterin,

 

Christina

Wuhan - Jeden Tag anders!

Donnerstag, 13.04.2017

Hallöchen Popöchen!
 

VORAB MÖCHTE ICH MAL KURZ ERWÄHNEN DASS DIES DER GEFÜHLT ZEHNTE VERSUCH IST EINEN BLOGEINTRAG ZU VERFASSEN !!! Denn beim Bilderhochladen hängt sich aus inrgendwelchen Gründen das Internet auf, worauf ich die Seite neuladen muss und dann trotz Speichern der Text leider weg ist.

AAAAAAAHHHHHHHH

So, jetzt geht's mir besser. Die heutige Blogüberschrift bezieht sich auf das Motto der Stadt (Ja, wir haben hier unser eigenes Motto, es lässt sich überall auf den Schildern der öffentlichen Transportmittel lesen) und beschreibt damit auch die (teilweise sich stündlich ändernden) Wetterkapriolen der Stadt. Im Moment haben wir um die 25°C, die Sonne knallt, es ist noch nicht extrem schwül. So wird das Wetter wahrscheinlich noch ein oder zwei Tage bleiben, dann wird es am letzten Tag so schwül sein, dass es am Abend heftig gewittern wird und dann drei, vier Tage Regen folgen ... dann geht der ganze Müll wieder von vorne los.

Heute habe ich meine letzte Klausur der Mitt-Semester-Klausuren hinter mich gebracht - endlich ist es vorbei. Dieses Mal war's etwas happiger als letztes Semester, aber das Leben is ja bekanntlich kein Ponyhof ( - obwohl trotzdem geritten wird *hust hust*).

Wenn ihr euch erinnert, haben wir hier in China Anfang April das "清明节" (Qingminjie) "gefeiert". Letztendlich heißt das nur, dass man nach Hause fährt, die Gräber seiner Vorfahren säubert und dann wieder Heim schippert. Also eigentlich Allerheiligen, ohne den religiösen Bezug. Das macht einfach jeder Chinese unabhängig der Religion. Daoisten, wie Bhuddisten, wie Christen. Okay, ich weiß jetzt nicht, ob muslimische Chinesen das machen, aber ich denke mal, dass davon auszugehen ist. Jedenfalls ist dieser Gedanke der Ahnenverehrung tief in der chinesischen Kultur verwurzelt und ist einfach ein allgegenwärtiger Bestandteil des chinesischen Alltags. 

Da wir keine Verwandten hier in China haben, deren Gräber wir entstauben müssten, sind wir in einen Touristenbus und in ein halbillegales Taxi gestiegen und haben den "木兰山" (Mulan-Shan, Mulan-Berg) besucht. Dank des Feiertagverkehrs hat die eigentlich einstündige Busfahrt knapp drei Stunden gedauert - aber ok. Der Mulan-Berg ist Teil des gigantischen Parkes, der sich mit Mulan befasst. Ihr wisst schon, die Transvestitin aus dem mittelalterlichen China, die Kriegsheldin wird, damit ihr Vater nicht in der Schlacht abgemurkst wird (Filminhalte/ Gedichtinhalte schlecht erklärt).
Wie ihr euch erinnert, waren wir Anfang Oktober letzten Jahres am Mulan-Himmelsteich, der sich um das Leben der Mulan drehte. Der Mulan-Berg dreht sich vor allem um Mulan und ihre Beziehung zum Daoismus, einer Naturreligion, die ihren Usprung in China hat. Letztendlich geht es im Daoismus um die Rückkehr zur Natur, die Einheit zwischen Mensch und Natur und darum, dass die Existenz nichts anderes ist, als ein ewig haltender Wandel. Ich könnte jetzt noch ca. zwanzig Seiten zu dem Thema schreiben, aber das soll es erstmal soweit sein. Für weitere Informationen empfehle ich euch den Wikipedia-Artikel oder ich schicke euch eine PDF-Version meiner Hausarbeit zu, die sich speziell mit einem daoistischen Philosophen befasst. (DA HAB ICH 'NE 1,0 FÜR BEKOMMEN! YEAAH, B**CHES!)


Hier übrigens mal das Schriftzeichen "道" (dao) - das übrigens einen Wildwechsel symbolisiert. Oben habt ihr das Geweih eines Hirsches, der Kasten mit zwei Strichen drin stellt ein Auge dar und der Strich darunter symbolisiert "gehen".
Als wir auf jeden Fall endlich am Fuß des Berges angekommen waren, die Fläche, auf die die zwei Bergstraßen auf dem unteren Bild zulaufen, ging es erstmal einige Treppen nach oben. Und mit einigen meine ich circa eine halbe Stunde und zig eskalierende Chinesen ("Guck mal, Ausländer!" "Guck mal, da gehen Russen!").
Die uralten Treppen sind rechts und links mit daoistischen Tempeln gesäumt, die innen so ähnlich aussehen wie auf dem Bild.

Berg mit AussichtEiner der Tempel von InnenSo ging's los

 

In der Luft hing andauernd der Geruch von Grillpartys, aber "leider" waren es nur Chinesen, die Opfergaben für die daoistischen Götter verbrannt haben. Diese Opfergaben bestanden meist aus langen, verpackten Papiertüten in denen oft irgendwelche Kräuter eingewickelt waren. Gern hätte ich ein Foto davon gemacht, aber bei jedem Versuch das zu fotografieren, LIEF MIR EIN CHINESE INS BILD EH! MEIN GOTT! DIE SOLLEN GRÄBERPUTZEN GEHEN UND NICHT OPFERGABEN AM MULAN-BERG VERBRENNEN!!! O_O

Oooommm Ooooooommm

Der Aufstieg zog sich ein kleines Weilchen hin und mit jeder neuen Ebene, bei der sich die Besuchermassen auch auf die Horizontale ausbreiten konnten, konnten wir ein bisschen mehr die beeindruckende Aussicht - und schlechte englische Übersetzungen -  genießen.

Hoch hinaus ging'sTempel mit AussichtTranslation at its finest

Schließlich waren wir irgendwann an der höchsten Tempelanlage angekommen. Während meine Freunde es gewagt haben, noch auf den "Drachenschwanz-Felsen" (Der Felsen links unten im Bild) zu klettern, haben sich meine vor ein bisschen Höhenangst zitternden Knie, meine blasse Haut und ich in Sicherheit begeben und lieber ein Selfie unter 'nem Bäumchen gemacht. Auf den roten Bändern stehen übrigens Wünsche drauf, wie zum Beispiel Reichtum oder Glück für die Familie.  

Blässe und rote GlücksbändchenTempel mit Aussicht

Auf der Heimfahrt haben wir dann wieder ewig mit dem halbillegalen Taxi im Stau gestanden, worauf anschließend knapp eine Dreiviertelstunde stehend im Bus anstand, als wir dann schließlich in der U-Bahn waren und nach einem Abendessen ENDLICH wieder daheim waren.

Am Wochenende darauf waren meine Mitbewohnerin und ich im "中山公园" (Zhongshan-Gongyuan, Zhongshan-Park). Dieser Park ist der Zentral-Parc Wuhans, der sich über eine genauso große Fläche erstreckt und bei Sonnenschein bestimmt schön anzusehen ist. Leider hat es an dem Tag geregnet. Wir haben uns den Spaß trotzdem nicht nehmen lassen und sich durch die schöne Gegend spaziert. Neben sehr schönen Gartenanlagen besitzt der Zhongshan-Park auch eine Schlittschuhhalle und einen Vergnügungspark mit Riesenrad und Achterbahnen, der aber wegen des schlechten Wetters leider geschlossen hatte.

Spiel und Spaß für die ganze Familie!

Zwei Sachen werden mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben:
Das Quintett aus älteren Herren, die mit vier Altsaxophonen und einer E-Gitarre die Umgebung mit wunderbaren Klängen bereichert haben. Leider konnte ich kein Video davon machen, weil der Regen einfach zu stark im Hintergrund geprasselt hat. Jedenfalls klang es toll und im diesem Moment habe ich zum ersten Mal in der Zeit, in der ich hier bin, meine Posaune vermisst. Noch knapp drei Monate, dann geht's wieder mit der Big Band los, Yeaah.
Die zweite Sache war leider nicht mehr ganz so toll: In der Nähe eines Parktores gab es einige Bereiche zum Aushängen von Bekanntmachungen - dachten wir zumindest. Bei genauerem Hinsehen haben wir festgestellt, dass an diesen Pfählen Heiratsanzeigen verzweifelter Eltern angebracht waren, die ihre Töchter an den Mann bringen wollen (im wahrsten Sinne des Wortes). Davon habe ich auch keine Fotos gemacht, weil ein paar zwielichtige Opas uns so komisch angegrinst haben und einer uns sogar vollgequatscht hat - leider hab ich ihn nur halb verstanden, weil er Wuhan-Dialekt gesprochen hat, aber es ging irgendwie darum, dass wir ja auch unser Glück versuchen könnten.. HAHAHAHA .. NEIN?!
Die nächsten zwei Bilder tragen übrigens den Titel "Dickhäuter unter sich". x)

      

Da es jetzt endlich mal geklappt hat, alles zu schreiben und sämtliche Bilder einzufügen, ohne, dass das Internet Suizid begeht, verabschiede ich mich jetzt und gehe noch ein bisschen in die Sonne - Vitamin D tanken.

Ich wünsche euch ein schönes langes Wochenende über den Ersten Mai, den haben wir hier übrigens als Nation der Arbeiter natürlich auch frei ;D
Haut rein und trinkt nicht so viel.

Eure Sonnencreme auftragende

Christina

Frühlings...wahnsinn

Mittwoch, 29.03.2017

Hallöchen Popöchen!!

Da vergeht mal ruckizucki ein Monat und meine Wenigkeit hat es einfach mal nicht geschafft, einen Blogeintrag zu veröffentlichen. Asche auf mein Haupt!!
In diesem Monat ist auch nur mäßig viel passiert, deshalb gibt's jetzt eine nette, kleine Zusammenfassung.

Seit knapp zwei Wochen eskaliert gefühlt ganz China (und anscheinend auch Japan) über die Kirschblüten und die somit nun vollständige Einkehr des Frühlings.
Hier sorgt das für ganz besonderen Aufruhr, da es hier an der WuDa einen ganzen Rundweg voller Kirschbäume gibt, die gerade in der Mitte ihrer Blüte sind. Das lassen sich natürlich die ganzen Wuhanesen und sonstige Chinesen nicht entgehen und pilgern jetzt wie wild an unsere Uni - sehr zum Leidwesen der Studierenden und Mitarbeiter.
Denn durch die ganzen Touris ist zum einen der Verkehr im Ausnahmezustand - was vor allem die Campus-Busse beeinträchtigt. Deren normale Linie verläuft nämlich eigentlich durch das Kirschblüten-Gelände, aber da können die gerade nicht durch, weil die nur Straße für die Massen an Fußgängern zugänglich ist. Deshalb fahren die Campus-Busse jetzt zu noch unberechenbareren Zeiten ab - und ich habe beschlossen (auch wegen meines dicken Hinterns zuliebe), einfach zu meinen jeweiligen Zielen zu laufen.
Zum anderen sind jetzt sämtliche Universitäts-Tore gesichert, damit keiner ohne Eintrittskarte, beziehungsweise Studentenausweis/Mitarbeiterkarte auf den Campus kommt. Wenn wir durch unser Osttor wollen, müssen wir teilweise extra Zeit und Gruppenkuscheln einplanen. Das Gute ist immerhin, dass sich sich das Kirschblütenfest eine gute Ecke von uns entfernt abspielt und wir an unserem Ausländerwohnheim größtenteils davon verschont bleiben.
Wenn allerdings Touristen durch das Osttor auf den Campus zu den Kirschbäumen spaziert kommen, machen sie teilweise auch gerne mal bei unseren Wohnheimen halt und begaffen wie im Zoo die ganzen Ausländer ... yippie!
Lange Rede kurzer Sinn - ich habe mir neulich auch mal die Zeit genommen und hab mir mal die Kirschbäumchen in ihrer schönen Pracht angesehen. Obwohl ich eigentlich die Bäumchen von zu Hause gewohnt bin, ist es doch was ganz anderes, sie auf einem langen Rundweg zu betrachen - noch dazu mit den teilweise sehr schönen Bauten.

   

 Seit knapp einer Woche ist wieder T-Shirt-Wetter in Wuhan und heute war's dann leider auch wieder etwas schwül - natürlich, was auch sonst. So kommen wieder alle aus ihren Winterverstecken heraus und genießen die Zeit in der warmen Sonne. Die meisten setzen sich einfach in irgendwelche Parks in der Nähe der Universitäten hier oder sie leihen sich die öffentlich zugänglichen Fahrräder aus. Im Moment gibt es zwei führende Apps, die man sich fürs Smartphone aufladen kann. Man scannt einfach den QR-Code des ausgesuchten Fahrrades ein und strampelt dann los. Pro Stunde oder pro Kilometer einen 元 - je nachdem was man jetzt für eine App verwendet und was man für ein Radfahrer ist.
Jedenfalls haben meine Mitbewohnerin und ich das gute Wetter auch genutzt und waren eine Runde am Ostsee, der sich direkt neben der Uni befindet, wie zwei alte Omis spazieren. Eins muss man chinesischen Landschaftsarchitekten lassen: Sie wissen was sie tun. Was da allerdings ein bisschen verstöhrend war, waren die Bäumchen die eine Infusion mit Dünger an den Ästen hängen hatten - warum man nicht einfach die Natur ihren Job machen lassen kann ... ich weiß es auch nicht. 

 

Seit letzter Woche ist wieder meine Freundin Mary (von meiner ersten Woche in China, ihr erinnnert euch) in der Stadt. So sind dann John, Marys Freund und ich zusammen mit zwei chinesischen Freunden los und haben den Freitagabend zusammen verbracht. Erst haben wir uns in dem Stadtteil Hankou getroffen, um ein bisschen was zu Abend zu essen. Dann ging es zurück mit der Fähre auf unsere Seite des Jang-tse. Hier haben wir in der recht bekannten Fressstraße der "Hu Bu Xiang" (户部巷) den Bauch voll geschlagen und dann ging es nach ewiger Suche zum Billardspielen ( Ich bin so grottig, ich kann meinen Queue gerade mal zum Verprügeln benutzen, zu sonst ABSOLUT NICHTS!) und schließlich dann ab nach Hause ins Bettchen.

 

Joa ... sonst versuche ich zumindest halbwegs mit meinem Unikram hinterher zu kommen. Vokabeln lernen habe ich eigentlich aufgegeben - ich mache zumindest noch alle meine Hausaufgaben und bereite mich so gut es geht auf Diktate vor. Außerdem beginne ich langsam mal meine Reisen zu planen, schließlich habe ich abgesehen von Shanghai an Silvester noch nicht wirklich viel vom Reich der Mitte gesehen.

Alsooooooo, ich führe jetzt mal eben mein Leben weiter.
Wenn man ein Mal einen Blogeintrag schreiben will, wollen plötzlich zehn Leute von jemandem etwas.
Apropos ... am Wochenende beginnt der Feiertag, an dem die Chinesen ihrer Toten gedenken und ausschwärmen, um deren Gräber herzurichten. Davon erzähle ich am Wochende en bissl mehr. Da habe ich dann wieder mehr Luft - versprochen.

Schöne Woche, genießt das gute Wetter und haut rein!
Eure mit Frühjahrsmüdigkeit infizierte

Christina

P.S.: Leider gab's beim Upload der Fotos einige Probleme und deshalb kann ich euch weder genügend Impressionen aus dem Kirschblütenland, noch von meinem Wochenende zeigen. Da bitte ich um Entschuldigung.

P.P.S.: Haut rein und bis die Tage! ;)

Aber ich will meinen Kopf nicht benutzen!! :O

Sonntag, 26.02.2017

Haaaallo, ihr Lieben!

Das Semester hat wieder in Wuhan angefangen - und wir brauchen alle schon wieder Urlaub.
Ich habe jetzt täglich um acht Uhr Uni. Das Gute ist, dass er meistens nur bis halb 12 geht - den Rest des Tages habe ich dann also frei. Das Schlechte ist, dass ich montags nach der Mittagspause um zwei Uhr wieder bis um halb sechs Uni habe und wir dieses Semester richtig viel für den Unterricht vor-und nachbereiten müssen.

Ich bin jetzt eine Stufe im Sprachkurs aufgestiegen und befinde mich jetzt in der Mittelstufe. Viele haben bereits schon an den ersten zwei Tagen den Kurs gewechselt und sind noch eine Stufe höher gestiegen. Ich dachte mir nur: "Waaaaas ist denn bei euch kaputt? Lasst doch erstmal alles auf euch wirken!" Na ja, jetzt müssen sie halt noch eine Stufe schwerer leiden. Von Amelie weiß ich nämlich noch, dass die zweite Stufe der Mittelstufe nicht ganz so lustig ist. Sie hat abends da über ihren Hausaufgaben gehangen und brauchte Hilfe von HSK6 (ihr erinnert euch - Muttersprachniveau) - Leuten, die ihr bei den Hausaufgaben geholfen haben. Haa.. mir reicht meine Stufe erstmal, ist mir schon stressig genug.

Jetzt haben wir auch neben einer Reihe neuer Lehrer zwei neue Fächer: Leseverstehen und Schreiben. Das Leseverstehen gestaltet als recht anspruchsvoll, da unsere Lehrerin zum einen recht viel fordert, zum anderen, weil die Texte absichtlicherweise viele Vokabeln beinhalten, die wir noch nicht kennen. So gestaltet sich das Lesen als recht mühseelige Arbeit, weil man immer wieder Vokabeln nachschlagen muss, um überhaupt zu verstehen, was der Text von einem will (erinnert mich ein bisschen an Latein-LK). Andererseits macht das aber auch wirklich Spaß, man versinkt so richtig in der Arbeit und kann sich richtig in die Sprache reinwühlen.


Über Schreiben kann ich noch nicht wirklich was sagen. Unser Lehrer kam nämlich zur ersten und einzigen Stunde bisher eine Dreiviertelstunde zu spät. Er ist Mitte 50 und verhält sich wie diese Opis hier auf der Straße. Wir mussten uns alle erstmal vorstellen und ein bisschen über uns erzählen, dann wurden wir gefragt ob wir einen chinesischen Freund oder eine chinesische Freundin haben.... alle waren darüber leicht verstört. Aber er sagt, dass er uns durch Ermutigung zu Fleiß und guten Noten bringen will. Wo andere uns 80 Punkte geben, will er uns 90 geben. Mich wird das zwar wahrscheinlich mehr zur Faulheit animieren... aber okay. :D 
Ansonsten... unsere Lehrerin fürs Sprechen ist ziemlich knuffig, mit ihr macht der Unterricht ziemlich Spaß. Bei ihrer letzten Powerpoint-Präsentation hatte sie einen Hundewelpen als Hintergrund und auf WeChat ist ihr Profilbild ein Pikachu - das sagt doch schon alles über sie oder? :D
Unsere Lehrerin für den Comprehensive-Kurs (ich weiß einfach nicht wie ich das übersetzten soll, wir haben da einen Lektionstext mit ca. 40 neuen Vokabeln und da machen wir hauptsächlich auch Grammatik) haben wir auch im Leseverstehen. Sie ist ziemlich..joa.. eine gute Lehrerin halt, da kann man nicht viel zu sagen. Sie fordert viel von uns, aber ich glaube am Ende werden wir ganz froh darüber sein.
Unsere Lehrerin im Hörverstehen ist einfach genau dieselbe, die wir auch letztes Semester hatten... ich will weinen!! O_O Sie hat es sogar geschafft, ihren Unterricht in den letzten zwei Malen noch schlechter zu gestalten als letztes Semester, wir sind teilweise am Überlegen, ob wir nicht die Klasse wechseln wollen - oder zumindest fürs Hörverstehen in eine andere Klasse gehen können. Die Frau fängt an eine neue Vokabel zu erklären und schweift plötzlich total vom Thema ab - den Unterricht bereitet sie auch nicht richtig vor (eigentlich gar nicht), ihr Unterricht ist meist eher unorganisiert und erklären kann sie auch nicht wirklich <.< Ich.Möchte.Aus.Dem.Fenster.Springen.

Und sonst... das Wetter in Wuhan ist jetzt ziemlich schön! Heute waren es angenehme 15 Grad - die Tage wollen wir uns mit Klassenkameraden irgendwo hier auf ne Wiese hocken und das schöne Wetter zusammen genießen. Hach, man merkt richtig, wie die Stadt unter dem guten Wetter wieder zu leben erwacht! Die Tage werde ich dann auch wieder mehr rumlaufen und Fotos von der Uni machen. Mir ist aufgefallen, dass ihr noch gar nicht wisst, wie Wohnheim und ein Großteil der Uni von außen aussehen! :O Das hole ich auf!

Bis dahin, habt noch eine schöne Karnevalssaison! :D
Die geht hier völlig ignoriert an uns vorbei.
Haut rein, feiert entweder schön mit oder findet einen guten Ort zum Ausharren.
Helau, Alaaf und 再见!

Eure beschäftigte

Christina

"Und was machst du, wenn ich nicht da bin?" - "Warten bis du zurück kommst."

Sonntag, 12.02.2017

Hallöchen Popöchen!

Herzlichste Grüße aus einem wieder warm werdenden und (leider) auch wieder anfüllenden Wuhan.
Die Feiertage neigen sich dem Ende zu und die Neujahrsfeierlichkeiten schließen mit dem heutigen Laternenfest (元宵节, Yuanxiaojie) ab. In Wuhan wurde vielerorts gefeiert, man hat sich traditionelle Klamotten angezogen, ging ein bisschen auf die Straße. Wir haben es heute etwas entspannter hier angehen lassen und was die letzten Tage sich hier so genau zugetragen hat, gibt's jetzt für euch:

 

Mittwochmorgen kam in aller Frühe meine liebe Freundin Eri von Shanghai nach Wuhan. Sie hatte um fünf Uhr morgens eine 37-stündige Zugfahrt von der im Norden Chinas gelegten Stadt Harbin zu uns unternommen und um sie erstmal wieder fit zu bekommen, sind wir um sieben Uhr erstmal Frühstücken gegangen. Sie ist nämlich hellauf begeistert von den Wuhan Reganmian (ich hab die Nudeln mal erklärt, sonst googelt das einfach schnell mal). Anschnließend hatten wir uns mit John zum Mittagessen verabredet, weil der aber mittags nochmal weg musste, sind Eri und ich dann allein auf und wollten uns zum Flussufer des Jang-tse aufmachen, weil es dort eine sehr schöne Uferpromenade gibst. Durch unglückliche Zufälle, aber vor allem wegen einer nicht befriedigenden Karten-App haben wir uns dann aber verlaufen. Was genau uns da auf unserer zweistündigen Reise durch die Wuhan'sche Pampa passiert ist - na ja, ich will euch nicht traumatisieren. Jedenfalls haben wir es schließlich doch zu der sehr schönen Uferpromenade geschafft und ja, der Anblick war einfach nur herrlich - ein bisschen wie auf einer Landesgartenschau.


Den Abend verbrachten wir dann wieder mit John zusammen in dem in Uninähe gelegenen "MAAN Café" wo wir es uns über Kartenspielen und Waffeln gemütlich gemacht hatten.
Donnerstagsmorgens sind dann wir alle drei irgendwie krank geworden. Eri hatte in ihrer Bleibe schrecklichst geschlafen, John musste für eine Untersuchung ins Krankenhaus und ich hatte Kopfschmerzen des Todes. Plötzlich standen dann die beiden doch vor meiner Tür und so verbrachten wir den Rest des Abends mit Filmschauen (Hysteria, von 2011 - Eine Komödie über die Erfindung des Vibrators, sehr sehenswert) und Kartenspielen. Da Eris Hostel wirklich in keinem vertretbaren Hostel untergebracht war, ließ ich sie bei mir nächtigen. Meine Mitbewohnerin ist ja eh noch in der Mongolei, also hatte ich ohnehin ein freies Bett.
Freitagnachmittag haben Eri und ich uns zu einem Garten-Expo-Gelände in Wuhan aufgemacht, wo zur Feier des Laternenfestes eine Ausstellung über Laternen zu sehen war. Das klingt vielleicht jetzt erstmal langweilig, aber man hatte auf einem riesigen wunderschön angelegten Geländer haufenweise Lichter und Laternen installiert - was wahrscheinlich nur in einem Land geht, in dem der Strom so billig ist wie in China. Der Anblick war wunderschön, Eri und ich hatten da locker drei Stunden verbracht und ich habe über 250 Fotos an dem Tag geschossen - nehmt mir nicht übel, dass ich nicht alle hochlade... hahaha. Funfact: Meistgefragte Frage, die an dem Tag an mich gerichtet wurde: "Bist du Russin?"

Schließlich hatten wir uns der Expo wieder mit John zum Abendessen verabredet, worauf wir anschließend bei mir im Zimmer den Film "Sausage-Party" geschaut haben. Wenn ihr den Film schaut, schaut ihn auf Englisch - manche Witze sind einfach im Deutschen völlig sinnfrei und stellt euch auf gehirnloseste Unterhaltung für Kinder über 18 Jahren ein. Offiziell ist der Film zwar für FSK 16 eingestuft aber... nein. :D Seitdem hab ich andauernd den Spruch "Bestreich mich mit Butter und nenn mich Toast" im Ohr. Ich weiß weder noch wer das gesagt hat, noch woher der Spruch stammt.
Heute am Samstag war dann auch wieder leider Eris letzter Tag in Wuhan. Wir waren im Baotongsi Mittagessen (Ihr erinnert euch, das vegane Restaurant im "Vielleicht hätte ich sie lieber Annelise"- Eintrag) und haben uns danach ins Katzencafé gesetzt, wo wir dann eine sehr lustige Runde "Stadt, Land, Fluss" gespielt haben. Anschließend hatten wir sie zum Bahnhof gebracht und jetzt hat die Liebe noch eine 17-stündige Reise nach Shanghai vor sich und kann in dem Schlafzug richtig schön ein Nickerchen machen. Sicher denkt ihr euch jetzt "WAAS?! 17 Stunden bis in Shanghai - du warst doch in fünfeinhalb da, Christina!" Richtig, Eri braucht nur so lange, weil sie in den langsamsten und billigsten aller Züge reist, weil alle andere Tickets schon dem Kaufrausch der Chinesen zum Opfer gefallen waren.
Jetzt ist mein Zimmer wieder ganz leer und still...fast zu still.. :o
Aber im Juni gehe ich wieder Eri in Shanghai besuchen, weil dann meine liebe Lieblingsaltsaxophonistin aus Trier mich besuchen kommt und danach nach Shanghai reisen will. Jucheee! Ganz viele tolle Menschen auf einem Haufen, Jucheee! :D

Sooooo, nächstes Wochenende kommt meine Mitbewohnerin wieder Heim. Dann müssen wir uns auch für das neue Semester zurück melden und Gerüchten zufolge geht dann schon am 22.02. wieder die Uni los. Huiuiuiui.
Ja, so viel von mir.
Genießt den Schnee und ähh..euer Leben da drüben in Deutschland.
Haut rein,

Eure Christina

"Miau!" - Gary

Dienstag, 31.01.2017

Hallöchen Popöchen!

Hier in China habe ich gerade seit zwei Wochen Semesterferien und mein Schlafrhythmus ist einfach mal komplett ähhh... am Arsch. Hahahaha. Die Klausuren sind soweit alle gut gelaufen und was habe ich bis jetzt diese Ferien so gemacht?
Ähhhhhhm... Ich hab mir Staffel eins und zwei der Serie "Broadchurch" mit David Tennant angeschaut. Ihr wisst schon.. der schottische Schauspieler der in "Harry Potter und der Feuerkelch (Plastikpokal)" den Barty Crouch Jr. und in der britischen Kultserie "Doctor Who" den zehnten Doctor spielt. Die Serie lässt sich bequem an ein bis drei Tagen durchschauen, da jede Staffel nur acht Folgen hat (Man beachte, Staffel eins hatte ich in einer Sitzung durch *hust*). Sonst habe ich mir noch diverse Horrorfilme angesehen - wahrscheinlich auch einer der Gründe warum ich nachts nicht schlafen kann, hahaha.
Also, in diesem Blogeintrag geht es eigentlich vor allem um den Besuch eines sehr schönen Cafés in einem Hochhaus - direkt an der Uni. Das Café ist deshalb so schön, weil es neben recht leckerem Cappuccino auch Katzen gibt. Ja, Katzen. Haufenweise Katzen zum lieben, kuscheln und Fotos machen. Die Gelegenheit habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen und bin mit vier Freunden aufgebrochen, um mir dieses Kaffeehaus ("Kaffeewohnung") mal genauer anzusehen.
In der sechsten Etage liegt das schöne Café "Miss MiauMiau". Man sitzt ziemlich gemütlich, angenehme jazzige Musik bis Pop dudelt auf einen ein und das erste, was einem ins Auge springt, ist dieses Regal direkt neben dem Eingang wo sich mindestens eine Katze tummelt. (ich war jetzt seit meinem ersten Besuch noch ein weiteres mal da und da sind immer welche!) Die Kellner/ Eigentümer des kleinen Cafés begrüßen einen freundlich und man setzt sich einfach bequem irgendwo hin. Nachdem man seine nicht ganz günstige Bestellung in Auftrag gegeben hat, ist es soweit: KATZEN KUSCHELN!!!! Das hab ich mir natürlich nicht dreimal sageb lassen und habe - wie im Disney-Laden in Shanghai - teilweise nur Töne von mir gegeben, die wahrscheinlich nur die Katzen gehört haben. Raubtierfütterung :)

Ab und zu gönnt man sich und den Katzen dann mal ne Pause und trinkt dann mal sein Getränk. Wir wollten natürlich ganz ikonisch sein und haben uns den Cappuccino mit der Marshmallow-Katzenpfote gegönnt... Mensch war der lecker. Dazu gab's dann noch Waffeln, aber von denen hab ich jetzt kein Foto gemacht. Wen interessiert denn schon Waffeln, wenn es so schöne Flauschis gibt?!
Erst dann ist mir auch aufgefallen, wie sehr ich es vermisst habe eine Katze zu streicheln. Das klingt vielleicht jetzt total bescheuert, aber ich habe es echt vermisst. Zu Hause gingen mir die Vierbeiner ab und zu auf den Keks, weil sie dann immer dann schmusen wollten, wenn ich was besseres zu tun hatte. Deshalb war es ganz schön so viele Flauschis zu haben, denen ich meine aufgestaute Tierliebe gehen konnte.
An dem Tag habe ich mich auch an den letzten Abend erinnert, an dem ich in meiner alten Wohnung geschlafen habe. In der Nacht war ich mit zwei befreundeten Japanologen auf dem Tarforst unterwegs und wir haben Katzen gestreichelt. War voll toll ^-^
Sonst äääh ja. Morgen werde ich mal Zimmerputz machen. Meine Mitbewohnerin ist jetzt seit einer Woche in der Heimat und ich hab das Zimmer für mich gaaaaanz allein!!! Langsam gewinnt die Unordnung an Überhand und ich hab ein bisschen Angst davor, wie sich das hier weiter entwickelt. hehehehe..

Also, es  ist jetzt 5:10 am Dienstagmorgen. Vielleicht gehe ich mal ins Bett.


Haut rein ihr Lieben und viel Erfolg für eure Klausurphasen und so!

Eure tierliebende

 

Christina

Die Wäsche! Der etwas andere Club..

Donnerstag, 12.01.2017

Hallöchen Popöchen und willkommen zu der Auflösung eines ewig langen Cliffhangers!
 

Ich weiß, es hat etwas gedauert, aber ich musste mich noch irgendwie auf die Klausuren zum Ende des Semesters vorbereiten. Morgen habe ich die letzte hinter mir und dann heißt es "Frei bis Mitte Februar!".

Also, Shanghai - was bisher geschah:
John und ich kamen abends etwas geschafft in unserem Hostel an. Anschließend habe ich mich noch mit meiner Freundin Eri getroffen und John ist dann später in einer Bar zu uns gestoßen. Dort haben wir dann zufällig noch einen Freund aus meinem Sprachkurs getroffen und es war richtig schön, ihn nochmal wieder zu sehen. Nachts um zwei sind dann John und ich platt wie zwei Flundern ins Bett gefallen.
Samstag"morgen" haben wir uns dann mit unseren Freunden Jenny und Simon (die jetzt auf ihrer Rundreise durch Asien sind. MUhhuhuhuuhu ihr fehlt mir :o ) in einer Bäckerei getroffen, die sogar Brötchen verkauft!
Wie alle etwas westlicheren Geschäfte war auch hier das Frühstück ein klein bisschen teuerer, aber das war schon okay - man gönnt sich ja sonst nix.

Endlich wieder ein westliches Frühstück!

Nachmittags sind wir dann noch ein bisschen zu viert durch die Stadt getingelt und ich war überrascht, wie viele Chinesen einen anquatschen, ob man eine Uhr oder eine Handtasche kaufen will. Huiuiuiuiuiui..

Es gibt übrigens einen Grund, wieso ich dieses weiße Gebäude geknipst habe. Es passt wohl ganz gut in die Rubrik. "China und die englische Rechtschreibung". In Zukunft kommt mehr dazu - versprochen ;)

Abends haben wir uns schließlich in die richtige "Touri-Gegend" in Shanghai aufgemacht und haben im Vapiano zu Abend gegessen. Kleines Geständnis: Das war mein erstes Mal in einem Vapiano-Restaurant - und das in China. Hier haben wir uns dann mit den anderen Deutschen getroffen und von da aus sind wir dann auch schon zur Party. Na ja, John und ich mussten uns noch die Tickets HOLEN und da haben Jenny, Simon und Gökhan vorgeschlagen uns einfach zu begleiten.
Da es für die eigentliche Party noch etwas zu früh war - und die Preise in diesem Club ziemlich stattlich waren (300元 für die Eintrittskarte, 100元 für einen Cocktail und 70元 für ein Bier) -  haben wir uns einfach dazu entschlossen auf den Straßen Shanghais vorzuglühen - richtig fancy mit Dosenbier.Da hatte ich auch die Gelegenheit so als richtiger Touri Fotos vom Bund und seiner Skyline zu machen.
Hier muss ich mal kurz die Gelegenheit nutzen und ein bisschen angeben: Ihr alle (mit wenigen Ausnahmen) seht die Skyline im Fernsehen und habt sie evtl bei euch an der Wand hängen. Ich kann tatsächlich sagen: "ICH WAR DA!"
(Sogar als erste aus meiner Familie, ein Ort wo kein Gigon zuvor gewesen ist - MERK DIR DAS PAPA!)

 

Shanghai war - wie hätte man es auch anders sagen sollen - restlos überfüllt. An manchen Kreuzungen hat man sogar das Militär auflaufen lassen, das als menschliche Blockade den Verkehr geregelt hat. Das war irgendwie einschüchternd, aber gleichzeitig hat man sich da auch etwas sicherer gefühlt - denn tatsächlich haben die Jungens ziemlich gut Ordnung über die restlos überfüllten Straßen gehalten.
Schließlich sind wir so um elf herum dann in den Club. Der hat sich halb drinnen und halb draußen befunden, sodass man auf de´m Dach des Gebäudes einen super Blick auf die Shanghaier Skyline hatte. Nur leider Gottes war dieser Club sooooo schrecklich voll, dass ich mich nicht getraut habe, mein Handy heraus zu nehmen und ein paar Fotos zu knipsen.
Plötzlich war dann auch schon 12 Uhr - ohne Countdown, ohne Feuerwerk ( problematisch wegen Smog). Plötzlich wurden einfach die Champagnerflaschen gezückt und jeder hat plötzlich Neujahrsglückwünsche um sich gekreischt. Erschreckender der Fakt hierbei: Mir waren eindeutig viel zu viele Deutsche da. Also bestimmt die Hälfte der Gäste hat aus Deutschen bestanden. Das war unheimlich. Da bin ich doch froh wieder in meiner ramschigen Stadt zu sein, wo mir meine Landsleute nicht so auf die Nerven fallen können :D
Nachts um drei sind wir dann schließlich Heim - v.a. deshalb, weil der Club teuer war und uns die Füße wehgetan haben. Hätte man sich da eben mal hinsetzen wollen, hätte man eine Sitzbank für 15.000元 mieten müssen und man sehe und staune - das Geld hatten wir jetzt nicht wirklich.
Für die Heimfahrt mussten wir dann 150元 blechen. Um die Uhrzeit, zu dem Datum wollte tatsächlich kein Taxifahrer pro Meter bezahlt werden, sondern nur zu einem Festpreis fahren. Die haben uns Ausländer natürlich dann ordentlich abzocken wollen. Wir hätten ja die Ubahn genommen, aber die hätte erst wieder in knapp drei Stunden aufgemacht und so lange wollte ich nicht warten - ich wollte einfach ins Bett.

Sonntags sind John und ich dann erst seeeeeeehr spät aufgestanden und haben uns dann mit Jenny, Simon und Gökhan zum Mittagessen (nachmittags um drei) getrofffen. Danach sind John und ich noch etwas durch die Stadt getingelt und haben uns mit noch zwei Freunden getroffen. Zuerst wollten wir zusammen auf den Shanghai-Tower (das drittgrößte Gebäude der Welt), aber der Ticketverkauf hätte erst zwei Stunden später stattgefunden. Also sind wir zum Shanghaier Fernsehturm. Aber da hätte nur die Anstehzeit schon zwei Stunden gebraucht und darauf hatten wir mit noch immer schmerzenden Füßen wirklich keine Lust gehabt. Später kam auch heraus, dass die Tickets für den Shanghai-Tower schon ausverkauft waren, also konnten wir zumindest diesen Besuch in Shanghai nicht mit dem Besuch eines der höchsten Gebäude der Welt krönen.
Stattdessen sind John und ich dann in den Disney-Laden - wo ich dann quietschend durch den Shop gerannt bin und mich geärgert habe, dass ich nicht später geboren bin. Wenn ich das nächste Mal in Shanghai bin, gehe ich auch auf jeden Fall in das Disney-Land da. ò_ó

Nachdem ich schließlich zwei Stunden quietschend von der einen Ecke des Shops zur anderen gelaufen bin und die kleine Disney-Prinzessin in mir befriedigt habe, haben John und ich noch eine kleine Fotosession vor dem Shanghai-Tower gemacht und jetzt gibt's Fotos von mir, wie ich vor dem dritthöchsten Gebäude und dem größten Flaschenöffner der Welt stehe (Man beachte den blauen Turm hinter dem Shanghai-Tower. Der Shanghai-Tower ist übrigens der mit der weißen Spitze.)

Schließlich haben wir uns dann nochmal mit Eri getroffen, die uns in Shanghais größtes Kaufhaus entführt hat. Jetzt mal unter uns: Das Ding ist schon ziemlich fancy.

   Ganz im Sinne vom anstehenden Jahr des HahnsI'm a normal person- when I see sheep, I take a picture!    

Als uns dann irgendwann der Hunger befallen hat, sind wir dann noch in ein muslimisches Restaurant und ich muss sagen, dass ich auch schon dank unserer Mensa hier in Wuhan ein ziemlich Fan von Hallal bin.
So gegen zwölf waren wir dann wieder im Hotel und sind ohne große Probleme recht schnell eingeschlafen.
Montagmorgen ging es dann schon wieder auf in die Heimat und ich muss sagen: Wuhan hat schon irgendwie seinen Reiz.
Um zum Schluss noch einen kleinen Vergleich zu ziehen: Wenn man ein Tourist ist und eine Rundreise durch China macht, sollte man Shanghai schon mal besucht haben. Es gibt viele schöne Ecken und ich hab mich teilweise mehr in Frankfurt als in Shanghai gefühlt. Also für einen Touristen lässt sich Shanghai ganz gut als Anfangsziel ansteuern, weil man hier sehr sanft in die chinesische Kultur eingeführt wird. Hinzu kommt, dass in der ganzen Touri-Ecke so ziemlich jeder Englisch kann - Chinesisch können ist also nicht unbedingt ein Muss. Sobald man sich aber in die etwas touriferneren Gegenden wagt, sollte man zumindest jemanden dabei haben, der Chinesisch kann. Denn dann sucht man vergeblich nach Leuten, die Englisch können.
Für mich hat Wuhan einfach den Reiz, dass es nicht die typische Touri-Stadt ist. Das liegt wahrscheinlich aber auch nur einfach daran, dass Wuhan noch ca. 20 Jahre braucht, bis es auf dem Stand von Shanghai ist. Shanghai hatte einfach durch seine günstige Lage Glück, früh für den Westen geöffnet worden zu sein und deshalb einfach schneller modern werden musste. Wuhan dagegen wurde nur für einige Fabrikenstandorte in den 70ern benötigt, erfährt jetzt aber auch allmählich eine Modernisierung - wie zum Beispiel die Ubahn, die vor zwei Jahren eröffnet worden ist. Ich persönlich finde einfach, dass Wuhan einen größeren Reiz hat, weil man hier China von seiner typischen, alltäglichen Seite sieht. Hier erkennt man noch richtig, dass das Land im Aufbau ist.
John und ich vergleichen die jetzige Situation Chinas mit der der Situation Deutschlands, in der es sich zur Zeit der 70er befunden hat: Möglichst viel Energie in den Aufbau stecken, aber so langsam merken, dass es nicht ganz ohne Umweltschutz geht. Hierfür zitiere ich gern meinen lieben Freund Paul, der dazu folgendes sagte: "Wenn China sich mal wirklich an den Umweltschutz ransetzt, haben die in Null Komma nix die USA überholt. Denn was China wirklich angeht, haben die auch in Null Komma nix umgesetzt."

So, an sich finde ich, dass das ein gutes Schlusswort war, hehe.
Ich setze mich jetzt noch an eine Episode "House of Cards" (hab die Serie gerade angefangen und bin schon infiziert, Mensch ist Kevin Spacey toll und Mensch, ist die Serie toll.) und gucke nochmal kurz über meine Vorbereitung für die letzte Klausur, bevor es dann ins Bettchen geht. Übrigens habe ich die neue Staffel von "Mozart in the Jungle" gesuchtet und bin recht begeistert - irgendwie hab ich ja sonst nix zu tun.

Also, haut rein und habt einen schönen Abend.
Eure seriensuchtende

 

Christina

Auf einem Stein durch die Prärie reisen

Montag, 02.01.2017

Hallo, ihr Lieben!

Ich wünsche euch allen ein fröhliches neues Jahr!
(Hier bitte kitschige Neujahrsgrüße einfügen)

Weihnachten haben wir dieses Jahr nicht besonders groß gefeiert. Wir waren mit ein paar Freunden in dieses vegane Restaurant, in dem wir auch schon am Mitt-Herbst-Fest waren und haben uns nochmal leckeres Essen gegönnt - halbe Stunde vor Ladenschluss. Huuuuups...

Dann habe ich das ganze Wochenende einfach nur vor mich hin getrödelt und dann einfach mal die ganze Woche Uni geschwänzt. Huuuuuups²

Am Wochenende stand ja dann unser Trip nach Shanghai an. Von Freitag bis Montag (also heute) haben zumindest John und ich das Wochenende in Shanghai verbracht (manche unserer Gruppe kamen oder gingen dann eben früher oder späte) und haben uns mal die größte Stadt der Welt (24,256,800 Mio. Einwohner) angesehen. Wir alle waren selbst baff zu hören, dass Shanghai anscheinend die größte Stadt der Welt ist, aber es ist so - zumindest nur von der eigentlichen Stadt, ohne Gemeinden und so, her. 
Wie kommt man also in die größte Stadt der Welt? Von Wuhan aus gibt es zwei ziemlich praktische Möglichkeiten: Flugzeug und Zug.
John und ich haben dann mal das Abenteuer gewagt und haben uns die fünfeinhalb Stunden lange Strecke von Wuhan nach Shanghai und wieder zurück angetan (Flugzeug hätte nur anderthalb Stunden gedauert, wäre aber auch teurer gewesen) - und was uns auf dieser Reise alles wiederfahren ist und was man von nur (!) fünfeinhalb Stunden Zugfahrt über die chinesische Kultur herausfindet, davon erzählt dier Blogeintrag. Der nächste dreht sich dann natürlich um Silvester und Shanghai selbst. ;)Zunächst einmal: Warum haben wir den Zug genommen? Weil es günstig war. Für umgerechnet knapp 38€ haben wir den Spaß in Kauf genommen und uns auf die Söckchen gemacht. Ein chinesischer D-Zug (vergleichbar mit einem deutschen IC-Zug) ist ein bisschen wie ein transatlantisches Flugzeug aufgebaut: Man hat auf der einen Seite des ganges drei und auf der anderen zwei Sitzplätze. Zum Glück hatte John vor knapp einem Monat die Zweier-Sitzplätze ergattert und ich hatte das große Vergnügen sowohl auf der Hinfahrt, als auch auf der Rückfahrt am Fenster sitzen zu dürfen.
Aber nun erstmal von vorne: Am Freitagmorgen um halb 12 ging unsere Reise los. John und ich - keiner so eine richtige Ahnung, wie genau Zugfahren in China vor sich geht - haben Sicherheitskontrollen und doppelte Fahrkartenkontrollen brav über uns ergehen lassen, um dann auf unseren leicht harten Sitzen die nächsten fünfeinhalb Stunden Platz zu nehmen. (Meeeeeeeeeein Gott, uns sind die Hintern am Ende eingeschlafen)

Zunächst hatte es erstmal eeeewig gedauert, bis wir überhaupt aus Wuhan raus waren. Die Zeit schien sich wie Kaugummi zu dehnen und der Zug wollte und wollte einfach nicht so richtig in Fahrt kommen. Dafür haben wir ein paar Fotos vom Jangtse und der Seen-Landschaft um Wuhan gemacht.   

Schließlich entfernten wir uns langsam der Großstadt und die Landluft machte sich breit. Natürlich war uns klar, dass wenn wir chinesische Bauerndörfer sehen würden, uns nicht gerade Reichtum entgegen kommt, aber was man von chinesischen Bauerndörfen dann schließlich gesehen hatte, war ziemliche Armut. Teilweise ziemlich heruntergefallene Häuser, umgekippte Seen in Dorfnähe...
Vorbildlich war allerdings, dass es den Chinesen schlicht egal zu sein schien. Die hatten sich über die Jahrzehnte da anscheinend recht gut eingerichtet und haben mitten in der Pampa Salat und anderes Gemüse angebaut - war schon ein interessanter Anblick. Zwischendrin haben wir dann tatsächlich eine Kuh gesehen und auf der Heimfahrt habe ich sogar ein Kälbchen gesehen - leider war ich zu langsam, um ein Foto zu machen und wir waren an den domestizierten Milchgebern vorbeigefahren, als ich das dann endlich Handy bereit hatte. Was interessant war: Die sind ähnlich wie in Österreich einfach so durch die Gegend getrollt. Ohne Zaun, ohne Seil oder so - teilweise haben die einfach mitten im Getreidefeld gestanden.
Was auch ziemlich interessant ist: Der gemeine Chinese an sich ist jetzt nicht unbedingt ein religiöser Zeitgenosse, aber in der Nähe dieser kleinen Dörfer, haben wir öfter Friedhöfe gesehen- na ja, es waren Grabsteine die an einem Berg oder am Fuß eines Hügels aufgestellt worden waren. Also auch wenn sie nicht unbedingt an eine höhere Macht glauben, ist die Ahnenverehrung in China allgegenwärtig. Irgendwie hatte das war und ich habe schon zu John gesagt: Wenn ihr mir alle zu sehr auf den Sack geht, ziehe ich in die chinesische Pampa und lebe da ein illustres Einsiedler leben - während ich nachts von den Berggeistern heimgesucht werde... oder so.
Die kleinen Gräber haben mich dann ein bisschen an Mulan erinnert - OHNE rassistisch klingen zu wollen! :O Das war nur mal ein schöner Disney-Film. Ach nur so nebenbei: Eddie Murphy ist ein besserer Mushu als Otto Waalkes- falls ihr das nicht so seht: SHAME ON YOU, SHAME ON YOUR COW!

Leider waren John und ich leider nicht ganz so die hellsten bei der Vorbereitung und hatten uns nur spärlich mit Essen eingedeckt - John wiederum besser als ich. Deshalb hab ich mir dann mal leicht überteuertes Zugessen gegönnt, das auf der Hinfahrt DEFINITIV besser war als auf der Rückfahrt (Bei der Rückfahrt hatten wir - also ich - leider etwas verschlafen und deshalb war leider keine Zeit fürs Frühstück gewesen, weshalb nochmal Zugfutter her musste).

Viertelstündlich lief dann immer noch eine Schaffnerin durch den Gang, die halb schreiend den Passagieren besagtes Essen, Getränke und sogar Obst andrehen wollte. Ich muss sagen, vom Obst war ich schon beeindruckt. Das hab ich aber nicht probiert, weil ich selber Mandarinen und Bananen dabei hatte (Mama, wenn du das liest, verzeihst du mir das mit dem einwöchigen Schwänzen hoffentlich nochmal...hehe?).
An die nette Tante hatte man sich jedenfalls schnell gewöhnt. Das lag zu einem daran, dass eigentlich jeder Verkäufer in China einem gern das Ohr abschreien will - am besten noch so unverständlich nuschelnd dabei, dass man keine Ahnung hat, was da eigentlich genau beworben wird. Zum anderen lag es auch daran, dass wir auf der Rückfahrt natürlich das schreiende Klischee-Baby einige Reihen hinter uns hatten. Das hat übrigens -wirklich ohne Übertreibung - mit nur wenigen Pausen fast drei Stunden durchgeschriehen. Insegesamt war es dann vielleicht eine Stunde ruhig und dann ist es mit seiner Familie eine Stunde vor Wuhan ausgestiegen. Oh Wunder Wollunda (HA, JOHN!!!), das war echt... nicht schön. Besonders weil ich Schlaf nachHOLEN wollte und von dem Kindelein regelmäßig geweckt worden bin. Aber: Niemand in unserem Wagen hat sich darüber beschwert, irgendwann hat eine Tante im Wagen dem Kindchen sogar ne Mandarine angeboten. Denn irgendwann hatten wir alle festgestellt: Wenn das Kind beschäftigt war, war es still - und womit kann man sich besser beschäftigen, als mit einer Mandarine, die zuerst geschält werden und dann in stillem Genuss verspeist werden muss?

Abends um halb sechs hat unser Zug jedenfalls in Shanghai halt gemacht. Wir waren etwas erschöpft von der langen Zugreise, aber es ließ sich aushalten.
Wir stürzten uns in die Massen am Hongqiao-Bahnhof in Shanghai, bahnten uns unseren Weg durch die Shanghaier U-Bahn, um dann schließlich am Blue-Mountain-Hostel im Shanghaier Stadtteil Hongqiao einzuchecken. Das Zimmer an sich war sehr sehr schön und für 38 Euro pro Nase (FÜR DAS GANZE WOCHENENDE) auch sehr, sehr erschwinglich. Die Leute hinter der Rezeption waren echt nett und konnten ziemlich gutes Englisch und in der Nähe des Hostels befand sich auch eine U-Bahn-Station, die uns das Reisen innerhalb der Stadt erleichterte.

Also ich sage euch eines: Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, ich hätte das Badezimmer geklaut.
So...als kleiner verbaler Trailer. Wieso man in Shanghai nicht den Taxi nehmen sollte, wieso ich mein Bedürfnis an Brötchen stillen konnte und wieso ich - Zitat John- "Töne von [mir] gegeben [habe], die nur Hunde wahrnehmen können" und warum alle "Shanghai-Traveller" kaputte Füße haben, erfahrt ihr dann im nächsten Eintrag.

Bis dahin,

habt eine gute Zeit und haut rein!

Eure Christina,

die Erholung vom Urlaub braucht

"N" steht für endlich haben wir mal Spaß! Ganz friedlich und freundschaftlich

Dienstag, 20.12.2016

Guuuten Tag, Freunde der Sonne!

In Wuhan ist gerade ein bisschen der Smog ausgebrochen...man merkt es ein bisschen beim Rausgehen und deshalb bleib ich jetzt erstmal in der Butze und schreibe diesen Blogeintrag. :D

Heute gibt's einige Dinge, über die ich euch aus Spaß an der Freude einfach mal informieren will:

Erstens: ICH HAB POST VON ZU HAUSE BEKOMMEN!
Ich besitze jetzt guten Blueberry-Muffin- und Lemon-Cake-Tee, einen Lindt-Adventskalender, Duplos und eine Bluse aus der Heimat. :D Nürnberger Lebkuchen, Milka Schoko-Kugeln, Toffifee und zwei Überraschungseier habe ich mit Freunden geteilt (okay, die Ü-Eier nicht, aber das ist ja auch schließlich MEIN Geschenk gewesen! ò.ó).
Beim Auspacken hab ich geweint - ich geb's ja ganz offen zu. Denn an dem Freitag habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Portemonnaie verloren... und wo kann man besser Portemonnaies verlieren als in China?! Knapp zwei Wochen sind seitdem vergangen und ja... obwohl ich es nichtmal dreihundert Meter von unserem Wohnheim entfernt verloren habe, ist es nicht wieder aufgetaucht...
Als ich an jenem Freitag jedenfalls total fertig mit den Nerven nach Hause kam, stand in der "Küche" dann plötzlich das hübsche Paket. :')

Zweitens: China und die Kleinkinder!
Hier in Wuhan trippeln haufenweise kleine Kinderchen durch die Gegend, die total süß anzusehen sind. Besonders süß, sind die Quietsche-Schuhe in denen die Kleinen durch die Weltgeschichte laufen. Bei jedem Auftreten quietschen die Sohlen und man weiß direkt, dass in der Nähe irgendwo ein kleines Kindchen unterwegs ist. Ich glaube nach drei Stunden mit so Schuhen würde ich mich erschießen und ich glaube, dass man Vater sehr froh ist, dass meine Schwester und ich solche Schuhe als Kinder nicht hatten. :D
Ein anderes interessantes Phänomen: Ich weiß nicht genau, wie das im Rest von China ist, aber in Wuhan tragen ganz viele Kinderchen (ungefähr ein Drittel) Hosen, die am Popöchen offen sind und die Kinderchen so ihren nackten Hintern entblößen. Wenn man so will, handelt es sich hier um eine Low-Budget-Variante zu Windeln. Verstöhrend wird es dann, wenn Eltern ihre Kindern neben die Gebäudetür oder über ihren Mülleimer ihr Geschäft verrichten lassen. Dinge, die man sich als Ausländer getroßt erstparen kann.
Viele Eltern scheinen auch für ihre Kinder wohl auch keinen Kinderwagen zu besitzen, dann man sieht oft, dass Eltern ihre Babys in eine dicke Decke gewickelt auf dem Arm tragen und so durch die Straße laufen. Die müssen Arme wie Drahtseile haben. Ein Hoch auf Buggys!
Eine wirklich sehr süße Sache ist, dass Chinesen Kleinkinder nicht nur als "Kleinkinder", sondern auch als "Kleine Freunde" (小朋友, xiao pengyou) bezeichnen. Natürlich hab ich mir das jetzt auch angewöhnt und jedes Mal, wenn ich ein Kindchen treffe, dass mich mit seinen großen braunen Augen anguckt, begüße ich es mit "Hallo, kleiner Freund!" Wow, mir wird irgendwie gerade bewusst, wie falsch das auf Deutsch klingt....

 

Die Kleine hier auf dem Foto hab ich übrigens in der U-Bahn gesehen. Ich bin gespannt, in welchem Schloss sie jetzt lebt.

Drittens: U-Bahn-Stationen haben recht hübsche Namen
Hat eine Weile gedauert, weil ich viele der Zeichen erst im Laufe der letzten Wochen gelernt habe, aber jetzt weiß ich Bescheid! Wuhan kann auf seine eigene Weise doch irgendwie ganz schön poetisch sein. :D
Es gibt einige Stationen, die Tiere im Namen beinhalten wie "Tiger Quelle" (虎泉,huquan), "kleiner Schildkröten-Berg" (小龟山, xiao gui shan) oder die "Jadedrachen Straße" (玉龙路, yu long lu).
Dann gibt es einige Stationen, die in irgendeiner Form Natur im Namen haben wie "Königsfamilien Fluss" (王家湾, wang jia wan) oder "Dreieckiger See" (三角湖, san jiao hu).
Natürlich gibt es dannn auch noch ganz praktische Namen, die bei irgendeiner Einkaufsstraße oder einem Bahnhof liegen, aber die sind ja langweilig, von denen muss ich ja nicht viel erzählen.
Was nebenbei erwähnt übrigens recht praktisch ist: Die Ansagen in der U-Bahn sind auf Chinesisch und auf Englisch, wobei die englische Version nicht alles übersetzt. Zum Beispiel gibt sie keine Auskunft darüber, dass man schwangeren, älteren oder anderweitig beeinträchtigten Menschen seinen Sitzplatz anbieten soll, und auch nicht darüber, auf welcher Seite sich die Zugtüren öffnen werden. Aber ich bin ziemlich stolz auf mich, dass ich das endlich alles verstehe, was da so über die Anlage erzählt wird.

Viertens: Da Weihnachten immer näher rückt...
Am Wochenende werden wir mit einigen Freunden zusammen Kartoffelsalat und Würstchen essen. Denn wenn wir schon weit weg von zu Hause sind, können wir Zuhause wenigstens zu uns HOLEN! :)
Sonst ist nicht allzuviel geplant, außer ausschlafen, denn das durfte ich die letzten Wochenenden aufgrund meines stressigen Alltags leider nicht so wirklich. Meine eine Lehrerin hat mich heute gefragt, ob ich jetzt in der Weihnachtszeit Heimweh habe. Ich hab genickt und versucht nicht in Tränen auszubrechen. :'D
Ich vermisse den Geruch von Keksen in der heimeligen Küche und mit gewissen Familienmitgliedern darüber zu streiten, wer den letzten Schoko-Keks haben darf. Ich vermisse es mit meinen Freunden über die heimatlichen Weihnachtsmärkte zu schlendern und an den Weihnachtsfeiern der Sinologie und der Big Band teilzunehmen. Ihr fehlt mir, ihr Pappnasen. Denn wer hätte es gedacht, Weihnachtsstimmung kommt leider hier irgendwie so gar nicht auf. Buhuhuhuhuhu :o

  Oh Christmaslights light uo the street!

Fünftens: Time toooooo say gooodbye!
Ja ja, so traurig das ist.... aber die ersten verlassen schon die WuDa und machen sich auf dem Weg nach Hause. So hat sich zum Beispiel schon ein Freund aus Mauritius von uns verabschiedet. Natürlich haben wir noch eine Überraschungsparty gefeiert und haben sogar Scharade gespielt. Je später es wurde, desto interessantere Begriffe musste man erklären... *hust hust* Außerdem geht auch eine meiner Lieblingsdeutschen bald zurück nach Hause, nachdem sie sich aber erstmal eine schöne Reise durch Asien geht. Ich bin jetzt schon ganz traurig. Auch Amelie kehrt bald nach Frankreich zurück. Ich habe sie heute noch kurz in der Mensa getroffen. Die arme ist ein bisschen krank, aber immer noch schrecklich knuffig. Buhuhuhuhu, Christina ist im sentimentalen Modus, buhuhuhuhhu.
Am besten feiert man mit Eis :p

Soweit war's das erstmal von mir.
Ich glaub, ich gehe mal vor zwölf Uhr schlafen...wäre seit ungefähr anderhalb Monaten mal was Neues.


Haut rein, ihr Lieben und genießt die Vorweihnachtszeit mit Freunden und Familie!

Eure noch nicht ganz vom Weihnachtszauber erfasste

Christina


 

..."u" steht für uns - dich und mich...

Dienstag, 15.11.2016

Guten Tag Freunde der Sonne!

Long time no see/a und so.... ich war in den vergangenen Wochen ziemlich beschäftigt und dazu kam dann noch, dass ich eine Woche krank war und ewig viele Vokabeln nachzuholen hatte und ja...Ich pfeife gerade aus dem letzten Loch. Huiiiiii

In den letzten Wochen ist natürlich einiges passiert. Das werde ich jetzt mal eben für euch ein bisschen zusammenfassen:

Am 19. und 20. November hat auf dem einen Sportplatz auf dem Campus das Kulturfest stattgefunden. Haufenweise Nationen haben einen Stand gemacht und natürlich haben wir Deutsche uns das auch nicht nehmen lassen einen Stand aufzumachen. Wir haben am Samstag Glühwein, Weizenbier, Pils  und Waffeln verkauft, aber am Sonntag haben wir uns nur noch auf Getränke beschränkt, weil abends keiner mehr Lust hatte Waffelteig zu machen. :D Haufenweise Chinesen sind in den Tagen auf den Sportplatz bekommen und haben es sich nichnehmen lassen, mit den ganzen blassen und großen Deutschen Fotos zu machen.Aber wir waren ja (zum Glück) nicht die einzigen, die unter dem Fotowahn der Chinesen zu leiden hatten. Ich glaube jeder ausländische Studierende ist jetzt bestimmt mindestens ein Mal auf einer Kamera eines Besuchers drauf.

Sehr liebe Mädels aus Pakistan und ööh..ichDie pakistanischen Farben stehen mir recht gut :D
Da der Samstag ziemlich stressig war, hatten wir eigentlich kaum Zeit, selbst mal über das Fest zu laufen und Eindrücke zu sammeln. Da wir aber sonntags alles etwas entspannter und organisierter an die Sache ran sind - schließlich hatten wir jetzt einen Tag Erfahrung - hatte jeder von uns Zeit, sich das Fest etwas genauer anzusehen und Eindrücke zu sammeln. So hab ich mich durch einige Länder gefuttert, hab mit einigen Pakistani getanzt ( die nebenbei eindeutig den Stand mit der besten Stimmung hatten), hab meinen Namen auf Arabisch am Stand der Afghanen schreiben lassen, habe viel mit meinem Lieblingsengländer an seinem Stand gesessen und habe meinen Lieblingsfranzosen veräppelt, der sonntags einfach mal so in einem Hühnerkostüm rumlief (leider wurde es mir verboten ein Foto davon für den Blog zu benutzen :D ).

Hängt schon über meinem Bett :'D Die Belgier haben Pommes und belgisches Bier angeboten Die Heimat des Dodo hat mit gutem Essen geglänzt  bunt und schön :DUnser Deutscher Stand - direkt neben Nordkorea! Am Waffelnbacken :D 
Obwohl ich nach dem Wochenende erstmal ordentlich Schlaf nachholen musste, weil es schrecklich anstrengend war, war es doch sehr schön. Die meisten Schüler sind in den traditionellen Klamotten ihrer Nationen rumgelaufen und ich fand es sehr schön zu sehen, wie entspannt doch vor allem Johns Mitbewohner sein konnte - und wie gut er und ein anderer Pakistaner eingentlich tanzen können. :D

Mittwoch nach dem Wochenende bin ich dann leider schon krank geworden und hab dann bis Montag leider erstmal krank im Bett gelegen. Viele Leute haben mir in der Zeit geschrieben und sich nach meinem Gesundheitsstand erkundigt. Meine Mitbewohnerin und John haben Krankenschwestern für mich gespielt und Amelie kam an einem Abend sogar mit einer Pomelo vorbei - super für kranke Kinder, wenn man einen super Vitaminspender braucht. #Ichweiß,Mama

Weil ich mir in den Nächten auch echt den Popo abgefroren habe - da wurde es doch auch tatsächlich mal kalt im schönen Wuhan mit so Null Grad am Tag - war John so nett und hat mir eine Kuscheldecke gekauft. Ich kann euch sagen, die ist schrecklich flauschig. Die kommt auf jeden Fall wieder mit nach Hause.

Baymax ist love, Baymax ist life

In der Zeit konnte ich dann auch mal endlich meine super-kuschlige Winterjacke anziehen - und ich kann euch sagen, dass chinesische "Markenqualität" nicht immer schlecht sein muss. Denn diese Jacke hält mich wirklich warm.

Dieser Moment, wenn man 4XL braucht...nur in China Jack...oder Jock? oder vielleicht doch Jock Woifskon?!

Zum Schluss möchte ich noch kurz die Mitt-Semester-Prüfungen für euch zusammenfassen: Entweder ist die Uni völlig durchgeknallt oder ich bin besser als ich dachte. Jedenfalls bin ich einfach mal Klassenbeste und werde jetzt in einem Heftchen vorgestellt, in der die WuDa (Abkürzung für Wuhan Daxue, Wuhan Universität) alle Eliteschüler vorstellt. Da gibt's dann ein nettes Foto von mir, ein kurzen Vorstellungssatz und einen Aufsatz, in dem ich meine Lernerfahrung hier schildere. Natürlich konnte ich mich nicht an die Zeichenvorgabe von ungefähr 100 Zeichen halten und habe einfach mal das dreifache geschrieben. Man muss dazu sagen, dass das auch ziemlich schnell passiert ist, denn das Wort "Austauschschüler, 留学生" (liu xue sheng) besteht ja zum Beispiel schon aus drei Zeichen.

Außerdem hab ich jetzt endlich mein Stipendiumsgeld bekommen (ICH BIN REEEEIIIIIICH!!!), was ganz gut passt, da wir mit einigen Deutschen planen, Silvester in Shanghai zu feiern. Der Preis von 529 Yuan für Zugtickets (Hin-und Rückfahrt) geht sogar noch, aber es ist noch kein Hostel gebucht und es fühlt sich einfach besser an, etwas auf der hohen Kante zu haben, wenn da große Ausgaben auf einen zukommen.

Leider gibt es auch traurige Nachrichten: Da das Semester sich allmählich dem Ende zuneigt, kehren einige Freunde in die Heimat zurück. Darunter Fallen auch Amelie, Paolo und meine Lieblingsdeutsche. Ich bin schon ein bisschen traurig deshalb und ich werde mir noch was einfallen lassen, wie ich alle gebührend verabschieden kann.

Vielleicht fragt ihr euch: Christina, bei dir in China ist doch jetzt auch Dezember...wie sieht's da eigentlich mit Weihnachtsstimmung aus? Tjaaa, ihr lieben Leute. Die Chinesen dekorieren vor allen Dingen Einkaufshäuser und Läden richtig bunt mit Fensterbildern und Lichtern. In Supermärkten kann man sogar richtige Plastikausgaben von Charlie-Brown-Weihnachtsbäumen kaufen. (Wenn ihr euch fragt, was ein Charlie-Brown-Weihnachtsbaum ist, googelt einfach mal. Aber wenn ihr das nicht wisst, können wir leider eh nicht mehr befreundet sein, weil euch dann ein gehöriges Quäntchen Kultur fehlt. :D ) Das eindeutig verstörenste für mich in Sachen Weihnachten war aber, als ich neulich auf den Weg zur Ubahn war und aus einer Mall mir doch tatsächlich "Last Christimas" von Wham entgegengeschmettert kam. Tja, ratet mal wer in der Ubahn alle Menschen mit einem Ohrwurm gernervt hat.
Mickrig und klein - so muss ein Charlie-Brown-Weihnachtsbaum sein :D Deko! Man beachte die Gingerbreadmen der Hölle

 

Söchen,

jetzt sind erstmal der Worte genug gewechselt. Ich wollte gleich mal noch bei meinen Großeltern in den USA anrufen - die sind nämlich zwölf Stunden hinten dran und man muss da erstmal nen guten Zeitpunkt finden hin anzurufen.

Habt eine schöne Adventszeit, ich hoffe ihr habt schöne Kalender ^-^

Haut rein und trinkt nicht zu viel Glühwein ;D

Eure noch nicht ganz in Weihnachtsstimmung versetzte

 

Christina

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